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WAS KOSTET MICH MEIN HAUS?
Hausbau, Baukosten, Niedrigenergiehaus, Klimahaus, Null-Energie-Haus
die Kosten bei der Errichtung eines Reihenhauses
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Auszug aus 'Südtiroler Wirtschaftszeitung', 08.2005
Die Kosten beim Bau eines Wohnhauses hängen von vielen Faktoren ab. Abgesehen von den Kosten für den Baugrund, welche stark abhängig sind vom Gebiet (z. B. Unterschiede zwischen Stadt oder Land; zwischen touristisch hoch entwickelten und touristisch wenig entwickelten Gemeinden), sind auch große Unterschiede zwischen den Immobilienarten festzustellen. So z.B. gibt es Unterschiede in den Baukosten zwischen freistehenden Einfamilienhäusern und Reiheneck- oder Reihenmittelhäusern; Unterschiede zwischen Holzbau- oder Massivbauweise oder im Vergleich zwischen traditioneller Bauweise und Fertighäusern.
Im Folgenden wird auf die Kosten bei der Entstehung eines Reihenhauses eingegangen.
- Abriss, Aushub
Bevor mit den Bauarbeiten für einen Keller bzw. für das Fundament des Haus begonnen werden kann, ist das Ausheben einer Baugrube notwendig. Sie muss die Länge und die Breite des Hauses um mindestens einen Meter überschreiten und muss auch in der Tiefe der Höhe des Kellers und dem Niveau des Fußbodens im Erdgeschoss entsprechen. Befindet sich auf dem zu bebauenden Grundstück noch ein altes Gebäude, so ist der Abriss desselben sowie das Abtransportieren und Entsorgen der anfallenden Baustoffe natürlich auch mit Kosten verbunden. Da für den Abriss wie für den Aushub meist entsprechendes Gerät (Bagger) notwendig sind, kann man mit Kosten von 2 bis 3% der Gesamtausgaben rechnen.
- Mauerarbeiten, Rohbau
Außen- und Innenwände werden als tragende oder nicht tragende Wände mit oder ohne Bekleidung ausgeführt. Außenwände schützen das Gebäude vor Witterungseinflüssen und sollten in erster Linie aus gut wärmedämmendem und dampfdurchlässigem Material gebaut sein. Innenwände dagegen sollen Wärme speichern, wobei sie hauptsächlich zur Raumteilung dienen. Trotzdem sollte auf gutem Schallschutz geachtet werden. Auch bei den Decken zwischen den einzelnen Stockwerken sollte speziell auf Schallschutz und besonders auf Trittschall geachtet werden. Hier kommt es besonders auf den Fußbodenaufbau an. Unterdecken sollten massiv sein. Die Bodenauflagefläche sollte durch entsprechende Bauweise von der eigentlichen Decke getrennt werden. Die Kosten der Mauerarbeiten werden vor allem durch die verwendeten Materialien, wie Art der Ziegel und der Isolierung und die Bauausführung bestimmt. Grundsätzlich kann man für den Rohbau mit durchschnittlich ca. einem Drittel der Baukosten rechnen.
- Dach
Das Dach ist von allen Bauteilen am stärksten der Witterung und den Umwelteinflüssen ausgesetzt: Kälte, Hitze, Feuchtigkeit in Form von Wasser, Schnee und Hagel, Wind und Sturm, Erschütterungen, Staub, Ruß usw. Hier kommt es auch auf die fachgerechte Ausführung der Spenglerarbeiten an. Auch beim Dachaufbau bestimmen die Materialien und die Ausführung primär die Kosten. Durchaus gängig sind Steildachkonstruktionen, welche teurer sind als evtl. Flachdächer. Für die Dachkonstruktion ist mit Kosten in Höhe von mindestens 10 bis 12% der Gesamtkosten zu rechnen.
- Verputz, Böden
Der Außenputz eines Hauses muss wetter-, frost- und temperaturbeständig sein. Ein hochwertiger Putz kann entscheidend zur Wohnqualität im Innenbereich beitragen. Verputzt wird nach der Rohrinstallation für die Heizung und nach den Elektrikerarbeiten. Für Fenster und Türen müssen die „Blindstöcke“ eingebaut sein. Estrich wird auf die Rohdecke aufgebracht. Die Auswahl des richtigen Bodenbelages ist für die spätere Nutzung der Räume ebenso wichtig, wie für die Gestaltung. Die Kosten für die gesamten Verputzarbeiten sowie für die Innenböden betragen in etwa 15% der Hausbaukosten.
- Fenster, Türen
Fenster und Türen bringen Licht, Luft und Sonnenwärme ins Innere des Hauses, stellen eine Sichtverbindung von innen nach außen her und bestimmen wesentlich das Gesamtbild des Hauses. Je nach Art der Fenster sind Faktoren wie Größe, Material, Schalldämm- und Wärmedämmwerte, zukünftige Wartung usw. preisbestimmend. Die Haustür kann als wichtiges Gestaltungselement eines Hauses gesehen werden, wobei der Aspekt der Einbruchsicherheit nicht außer Acht gelassen werden soll. Innentüren verbinden und trennen Räume, schützen vor Einblick, Geräuschen, Kälte, Zugluft usw. Auch hier ist, je nach Ausführung und Qualität der angebrachten Materialien mit einem Kostenanteil um die 12 bis 15% der Gesamtkosten zu rechnen.
- Heizung, Sanitäranlagen
Das Raumklima wird nicht nur von der Raumtemperatur, sondern auch von der Temperatur der Wandinnenflächen, der Luftfeuchtigkeit, der Luftqualität und der Vermeidung von Zuglufterscheinungen bestimmt. Von der Heizungsanlage hängt es ab, ob Ihr Haus Kosten sparend und schadstoffarm beheizt werden kann. Eine weitere Grundvoraussetzung für gesundes Wohnen ist die technisch einwandfreie und hygienische Ausführung der Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung. Heizanlage und Sanitäreinrichtungen bestimmen maßgebend die Wohnqualität. Ihnen sind ca. 18 bis 20% Kostenanteil an den Gesamtkosten zuzuschreiben.
- Elektriker
Elektroinstallationen erfolgen mit Aufputz-, Unterputz- oder in Leerrohren verlegte Leitungen über Anzweig- und Verbindungsdosen, Geräte-Verbindungsdosen oder Verteilerkästen, ggf. auch über Elektroinstallationskanäle. Die Kosten dafür liegen bei etwa 5% der Gesamtkosten. Alarmanlagen dienen dem Schutz von Gesundheit, Leben, Sachwerten und Informationen. Sie können bauliche Schutzmaßnahmen nicht ersetzen, jedoch ergänzen.
- Malerarbeiten
Innenanstriche dienen der farblichen Gestaltung, aber auch dem Schutz und der Erhaltung der behandelten Flächen. Je nach zu bemalender Oberfläche können Kosten um die 8 bis 10% am Gesamtbudget anfallen.
- KlimaHaus und Klimaausweis
Wer ein Haus baut schafft Fakten - für Generationen. Zudem sind nachträglich Energiesparmaßnahmen nur mit höherem baulichem und finanziellen Aufwand möglich.
- Niedrigenergiehaus - Bei einem Ölverbrauch von weniger als sieben Litern pro Jahr und Quadratmeter wird von einem Niedrigenergiehaus gesprochen. Das heißt: Südtirols Klimahäuser A und B sind gleichzeitig Niedrigenergiehäuser. Auch Häuser mit Wärmeschutzklasse C (Verbrauch unter sieben Liter, s. unten) dürfen sich noch als Niedrigenergiehäuser bezeichnen.
- Klimahaus - Besonders energiesparende Gebäude werden mit einer 'KlimaHaus'-Plakette ausgezeichnet. Als Klimahäuser dürfen sich Häuser mit einer Wärmekennzahl von unter 50 kWh pro Quadratmeter und Jahr bezeichnen. Die Wärmekennzahl wird anhand einer komplizierten Berechnung ermittelt; vereinfacht ausgedrückt entsprechen 50 kWh jedoch fünf Litern Heizöl. Unterschieden wird zwischen dem 'Klimahaus B' (weniger als fünf Liter) und dem noch sparsameren 'Klimahaus A' (weniger als drei Liter). Die Auszeichnung 'KlimaHaus-plus' wird an Wohngebäude vergeben, die sich durch eine ökologische Bauweise auszeichnen (keine Dämm-Materialien, Fußböden, Fenster und Türen aus Kunststoff, keine chemische Holzschutzmittel und lösungsmittelhaltige Farben und Lacke in Innenräumen, keine Tropenhölzer) und in denen zur Wärmeerzeugung erneuerbare Energien verwendet werden (keine fossile Energien für Heizung und Warmwasser).
- Passivhaus - Einem Passivhaus muss wenig Energie zugeführt werden; es kommt auf eine Wärmekennzahl von 15 kWh pro Jahr und Quadratmeter (weinger als 1,5 Liter).
- Null-Energie-Haus - Das Null-Energie-Haus ist autark, kommt also gänzlich ohne Energiezufuhr von außen aus.
- E-Plus-Haus - Auch das E-Plus-Haus kommt ohne Energiezufuhr aus, es erwirtschaftet sogar einen Energieüberschuss.
Die Mehrkosten gegenüber dem traditionellen Bauen liegen beim 'KlimaHaus B' bei 0 bis 5%, beim 'KlimaHaus A' bei bis zu 15%.
- Einrichtung
Die Einrichtung unterliegt unterschiedlichen Anforderungen. Einerseits muss sie praktisch sein, andererseits aber auch wohnlich und schön. Hier sind in Bezug auf Möglichkeiten und Kosten kaum Grenzen gesetzt.
August 2005 - ohne Gewähr
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